Die Energieeffizienz der Unternehmen muss deutlich verbessert werden. Hierzu hat die EU im Oktober 2013 die Energieeffizienzrichtlinie erlassen. Diese wurde im April 2015 mit dem Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) in nationales Recht umgesetzt. Demnach mussten alle Nicht-KMU (s. hierzu Definition KMU) bis zum 5. Dezember 2015 die Steigerung der Energieeffizienz gemäß EDL-G mit einer von drei Methoden nachweisen:

  1. Durchführung von Energieaudits gemäß DIN EN 16247

  2. Zertifizierung eines Energiemanagementsystems gemäß DIN EN ISO 50001

  3. Teilnahme am Umweltmanagement und Umweltprüfung gemäß Verordnung 1221/2009/EG (EMAS)

Die Umsetzung wird seit Mai 2016 stichprobenartig durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geprüft. Es ist davon auszugehen, dass die BAFA die Maßnahmenumsetzung und die Größe der Energieeinsparung zukünftig überprüft.

Der Gesetzgeber hat hierzu in § 3 Abs.1 EDL-G festgelegt, Einsparrichtwerte vorzugeben, deren Erreichen von den Unternehmen jährlich mit Hilfe von Energiebilanzen (Gegenüberstellung von Energiebezug und Energieverbrauch) nachzuweisen ist. Die Größenordnung der jährlich zu erreichenden Energieeinsparungen findet man im Anhang des Stromsteuergesetzes.

Was gehört alles zur Energiebilanz?

  • Für mindestens 90 % des Energiebezuges muss der jeweilige Energieverbrauch pro Energieart nachgewiesen werden. Dies gilt sowohl für jeden einzelnen Standort als auch für die gesamte Unternehmensgruppe.
  • Die in der Energiebilanz vereinbarten Maßnahmen zur Energieeffizienzverbesserung sind nachweislich umzusetzen und die Größenordnung der Energieeinsparung auszuweisen.
  • Gemäß § 8a Abs.2 sind die Energiebilanzen so zu erstellen, dass historische Analysen für den Nachweis der Energieeffizienzsteigerung möglich sind. Dies bedeutet, dass jährlich die Energiebilanzen zu fertigen sind.
  • Die Vorgabe für die Energieeinsparung beträgt ca. 1,3 % pro Jahr. Werden in einem Jahr größere Einsparungen erreicht, werden diese für die kommenden Jahre entsprechend angerechnet.

 

Definition KMU

Die EU gliedert in der Empfehlung 2003/361/EG die Unternehmen in vier Größenklassen ein.

Unternehmensklassen

Bei der Ermittlung der Unternehmensgröße werden Partnerunternehmen und verbundene Unternehmen berücksichtigt. Die jeweiligen Größen addieren sich.

Partnerunternehmen sind all jene Unternehmen, an denen das Unternehmen mit 25 % ober mehr des Stammkapitals oder der Stimmrechte beteiligt ist. Ausgenommen von dieser Regelung sind Risikokapitalgeber, Universitäten oder Forschungszentren, institutionelle Anleger und autonome Gebietskörperschaften.

Verbundene Unternehmen sind alle Firmen, an denen das Unternehmen in irgend einer Weise beherrschenden Einfluss hat.

Die genauen Definitionen können der Empfehlung entnommen werden